Stadtmuseum in Horažïovice

Dauerausstellung im Stadtmuseum

Volkskultur in der Region Horažïovice

Ausgestellt sind Trachtenteile aus dem 18. – 19. Jahrhundert, z.B. Hauben, Leibchen, Windeln, Kinderhäubchen. Ein Unikatstück ist der erhaltene Männermantel aus Kammgarntuch. Aus der gleichen Epoche stammt auch die Hinterglasmalerei, die im Böhmerwald angefertigt wurde. Die vollständig erhaltene Tracht aus Prácheò stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts.

Hinterglasmalerei

Hinterglasmalerei

Mineralogie

Ausgestellt sind über 500 mineralogische Objekte von elf Fundorten in der Umgebung von Horažïovice, z.B. Kristalle, Randquarze, Spinelle, Diopside und Korunde.

Mineralogische Objekte

Archäologie

Die archäologische Ausstellung dokumentiert die frühste Geschichte der Region Horažïovice von der älteren Steinzeit bis zum 15. Jahrhundert. Ausgestellt sind Instrumente aus der Paläolitzeit, Bronzeäxte und Pfunde, sowie Nachweise der keltischen Besiedlung und der slawischen Besiedelung. Dokumentiert sind auch die Eroberungszüge der Römer auf dem hiesigem Gebiet.

Archäologische Ausstellung

Archäologische Ausstellung

Mittelalter

Sehr interessant ist die Ausstellung der Funde zum Wirken und der Entwicklung der Zünfte. Es handelt sich um datierte Zunfttruhen, Trauerfahnen und Paniere. Europaweit einzigartig ist der Tiegel für das Abgießen von Kacheln aus dem Jahr 1677. Die mittelalterliche Kunst ist mit einem Renaissanceschrank und gotischen Plastiken vertreten.

Renaissanceschrank

Renaissanceschrank

Kriegsgeschichte

Die Hussitenanstürme und der 30-jährige Krieg haben die Region Horažïovice stark betroffen. Beredte Zeugen sind Teile der Kürassierrüstung mit sichtbaren Einschusslöchern, die Kriegsaxt und Partisane.

19.Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert brachte Horažïovice eine große industrielle Entwicklung und ein allgemeines Aufblühen. Ausgestellt sind Photos und Urkundendokumente. Die Atmosphäre dieser Epoche wird von der Ausstellung städtischer Festbekleidung und Werken aus Glas und Gestein ergänzt.

Zunfttruhe der Kürschnermeister, 1855

Zunfttruhe der Kürschnermeister, 1855

Juden in Horažïovice

Vitrage aus der abgerissenen Synagoge

Vitrage aus der abgerissenen Synagoge

Jüdische Siedlungen in Horažïovice sind schon seit dem 30-jährigen Krieg belegt. Im Jahr 1684 wurde die Synagoge erbaut und die Schule gegründet. Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts wurden die Juden die treibende Kraft der Industrie in der Stadt. Der zweite Weltkrieg bedeutete das Ende der jüdischen Kommunen. 118 Personen einschließlich Frauen und Kleinkindern wurden in KZ-Lager abtransportiert, zurück kehrten nur 7 Menschen. Die Synagoge wurde im Jahr 1980 abgerissen.

Ausgestellt sind erhaltene Teile der Synagogeneinrichtung, Urkundendokumente, die die Opfer der KZ-Lager hinterließen, und ein Holzgrabstein aus dem Jahr 1915.

Jüdische Ausstellung

Schlosszimmer und blauer Empfangsalon

Diese zwei Zimmer gehören zu dem Schlossteil des Museums. In einem Zimmer befinden sich ein Sechspedalklavier aus dem Jahr 1827, Intarsiemöbel und Meißner Porzellan aus den Jahren 1730 – 1774. Der blaue Empfangssalon ist mit Malereien mit Motiven von Pflanzen und aus der Landwirtschaft geschmückt. Ausgestellt sind hier auch Gegenstände mit religiöser Thematik, unter anderem auch eine Zinnskulptur vom Christus aus dem Jahr 1623.

Schlosszimmer

Schlosszimmer